Mit den technischen Neuerungen der letzten Jahre ist es für Aquarianer viel einfacher geworden, die Wasserqualität und das gesamte Milieu im Aquarium permanent zu verbessern. Immer anspruchsvollere Tiere können jetzt im Meerwasser - Aquarium gehalten werden. Viele Aquarianer glauben daher: Wer ein Filterbecken mit entsprechender Technik im Einsatz hat, muss nicht mehr regelmäßig das Wasser wechseln. Das ist nicht richtig – der Wasserwechsel bleibt für die Pflege eines Meerwasser-Aquariums extrem wichtig. Wir zeigen dir heute, wie es geht.

Regelmäßige und ausreichende Wasserwechsel haben mehrere Vorteile:

  • Sie halten die Nitrat- und Phosphatwerte im Idealbereich und entfernen (Schad-)Stoffe, dievon Filtern oder Eiweißabschäumern nicht entfernen können.
  • Ein Wasserwechsel bringt außerdem Mineralien und Spurenelemente ins Aquarium – das ist gut für die Korallen.
  • Durch einen regelmäßigen Wechsel wird das Wasser kristallklar: Licht kann deutlich tiefer vordringen und die Korallen entwickeln sich dadurch besser.

Wie oft du einen Wasserwechsel machen solltest, hängt u. a. von den Nitrat und Phosphatwerten, der Zahl der Fische, der Art und Menge des Futters sowie von der eingesetzten Technik ab. Als guter Mittelwert hat sich ein 14-täglicher Teil-Wasserwechsel von 10 bis 15 Prozent bewährt.

1. Meerwasser ansetzen

Setze Meerwasser für einen Wasserwechsel mindestens 24 Stunden vorher an. Am einfachsten ist es, wenn man ein entsprechend großes Fass hat und dieses mit 25 °C warmem Wasser füllt. Nimm kein kaltes Wasser: Das später zugegebene Salz kann sich darin nicht vollständig lösen.

Wenn du nur eine Kaltwasserleitung hast, wärme das Wasser mit einem Heizstab an, bevor du das Salz zugibst. Für eine Dichte von 1,023 gib ca. 330 Gramm Salz pro 10 Liter Wasser zu. Gib das Meersalz erst dazu, wenn die Tonne komplett befüllt ist, sonst kommt es zu Ausfällungen.

Wälze das Wasser-Salz-Gemisch 24 Stunden mit einer Strömungspumpe um, bevor du es verwendest, damit sich das gesamte Salz auflöst. Auf dem Fassboden dürfen keine Salzreste mehr zu sehen sein. Führt man dem Aquariumwasser zu frisch angesetztes Meerwasser zu, in dem sich noch ungelöstes Meersalz befindet, kann dies auf der Schleimhaut der Fische und im Korallengewebe zu erheblichen Verbrennungen führen.

Bevor du das angesetzte Meerwasser verwendest, musst du den Salzgehalt (Salinität) prüfen.

In Gebieten mit hohen Nitrat und Phosphatwerten oder hoher Karbonathärte im Leitungswasser solltest du eine Osmoseanlage verwenden.

2. Wasserwechsel durchführen

  • Schalte die Förderpumpe, die Strömungspumpen und den Eiweißabschäumer ab. Wenn die Korallen während des Wasserwechsels außerhalb des Wassers bzw. sehr knapp unter der Wasseroberfläche sind, schalte auch die Aquariumbeleuchtung aus.
  • Lasse das Aquariumwasser mit einem Schlauch in Kanister ab oder pumpe es direkt in die Toilette. Lasse nur so viel Wasser ab, wie du vorher frisches Meerwasser angesetzt hast.
  • Pumpe das frische Meerwasser am besten direkt aus der Tonne ins Aquarium.

Darauf musst du achten:

  • Wenn du Probleme mit Algen (Fadenalgen, Cyanobefall usw.) oder Mulmansammlungen in strömungsarmen Zonen hast, sauge diese beim Wasserwechsel mit einem Schlauch ab.
  • Sauge nie Glasrosen ab, weil diese dabei verletzt werden und sich unkontrolliert vermehren.
  • Große Vorsicht ist geboten, wenn die Fische im Aquarium sehr zahm sind. Hier kommt es immer wieder zu Unfällen beim Absaugen des Wassers. Wird das Aquarienwasser mit einer Pumpe abgepumpt, muss diese einen ausreichenden Ansaugschutz haben!

3. Nach dem Wasserwechsel

Schalte nach dem Wasserwechsel die Förderpumpe, die Strömungspumpen und den Eiweißabschäumer wieder ein. Kontrolliere vorsichtshalber den Wasserstand im Filterbecken, denn jetzt erkennst du, ob du wirklich die gleiche Menge frisches Meerwasser zugegeben hast, wie du abgesaugt hast.

Ist der Wasserstand nach dem Wasserwechsel im Filterbecken zu hoch, sauge das zu viel zugeführte Meerwasser ab. Wenn du das nicht tust und einfach wartest, bis der ursprüngliche Wasserstand durch Verdunstung wiederhergestellt ist, erhöht sich der Salzgehalt im Aquariumwasser. Ist der Wasserstand im Filterbecken niedriger als vor dem Wasserwechsel, gleiche ihn mit Meerwasser aus.

Fazit

Ein Teil-Wasserwechsel ist viel weniger aufwendig, als viele denken – und der Effekt so groß. Nimm dir also alle zwei Wochen die Zeit, diesen wichtigen Pflegeschritt für dein Aquarium zu machen! Achte dabei vor allem auf den richtigen Salzgehalt, dass das ganze Salz im angesetzten Meerwasser gelöst ist und darauf, exakt die gleiche Wassermenge abzupumpen und zuzuführen.

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