Lebendgestein ist für dein Riffaquarium elementar wichtig: Es verleiht ihm seine biologische Stabilität. Lebendgestein ist mit Mikroorganismen, Bakterienkulturen, Algen, Korallen, Schwämmen, Seescheiden und anderen Lebewesen besiedelt, daher auch der Name. Je mehr Lebendgestein du im Meerwasser-Aquarium hast, umso höher ist dessen biologische Stabilität von Anfang an. Und natürlich ist es ein Hingucker: Mit porösen, lebenden Steinen kannst du schöne und naturgetreue Riffformationen gestalten, die viele Stellplätze für Korallen haben.

Versuche haben ganz deutlich gezeigt, dass Aquarien, die ohne lebende Steine betrieben wurden, mit deutlich größeren Schwierigkeiten gestartet sind. In diesen Fällen war es ein sehr langer und mühsamer Weg, eine biologische Grundstabilität zu erreichen. Auch nach einer Laufzeit von einem Jahr war das Referenzbecken mit Lebendgestein deutlich stabiler gegen Schwankungen.

Idealerweise sind 100 Prozent des Gesteins im Aquarium Lebendgestein. Bei größeren Becken würde das häufig den Geldbeutel arg belasten; aber weniger als 30 Prozent sollten es nicht sein. Denn das Lebendgestein ist neben einer guten Aquariumtechnik das wichtigste Element, damit dein Riffaquarium funktioniert – und damit eine langfristige Investition.

Der Preis pro Kilo Lebendgestein ist bei der Auswahl nicht der beste Ansatzpunkt: Schweres (häufig nicht poröses) Gestein mit einem niedrigeren Kilopreis ist im Vergleich teurer als leichtes, poröses Gestein.

Neben den genannten Vorteilen besteht auch das Risiko, dass man sich gewisse Probleme mit in das Aquarium holt. Häufig befinden sich im Lebendgestein Borstenwürmer, Krabben oder auch Krebsarten, die später Fische fressen können. Ein ökologischer Nachteil von Lebendgestein ist, dass es im Ursprungsland (z. B. Indonesien) dem Meer entnommen und dann weltweit verschickt wird.

Welches Lebendgestein ist gut?

Lebendgestein wird in Styroporboxen feucht verschickt wird und darf nicht austrocknen. Für die Ausfuhr von Lebendgestein aus dem Ursprungsland ist eine Cites-Bescheinigung erforderlich.

Einsteiger fragen oft, ob frisches oder zwischengelagertes Lebendgestein besser ist. Wichtiger als diese Frage ist aber die nach der Qualität. Qualitativ hochwertiges Lebendgestein ist leicht, porös, mit Kalkrotalgen überwachsen und riecht nach Meer. Lebendgestein darf auf keinen Fall „faulig“ riechen: Dann befinden sich große Mengen abgestorbenes organisches Material darauf – und das darf auf keinen Fall ins Aquarium gelangen.

Wenn du ein Meerwasser-Aquarium neu einrichtest, kannst du sowohl frisch importiertes als auch gut zwischengehältertes Lebendgestein verwenden.

Besonders bei frisch angesetzten Meerwasserbecken kann man deutlich verfolgen, dass verschiedenste höhere Algen (z. B. Caulerpas) oder auch Korallen aus dem Lebendgestein wachsen. Bevor du das Lebendgestein ins Aquarium gibts, musst du alles abgestorbene organische Material (wie z. B. Schwämme, Seescheiden, Borstenwürmer usw.) entfernen. Bei starken Verschmutzungen muss das Lebendgestein in Meerwasser gespült werden – auf keinen Fall in Süßwasser, denn dabei werden alle lebenden Organismen zerstört und das Gestein wird unbrauchbar.

Bei bereits eingefahrenen Aquarien solltest du zwischengehältertes Lebendgestein einsetzen: Auf frisch importiertem Lebendgestein sind immer Teile von totem organischen Material. Das kann bei eingefahrenen Aquarien erhebliche Probleme auslösen.

Acrylscheibe oder nicht?

Oftmals wird dazu geraten, zum Schutz der Bodenscheibe eine Acrylscheibe unter den Steinaufbau zu legen. Wenn das Aquarium eine gute Qualität hat – also eine ausreichend starke Bodenscheibe – ist das nicht nötig. Es kann sogar eher schaden, weil sich zwischen der Acryl- und der Bodenscheibe eine „tote Wasserzone“ bildet. Das führt häufig zu starken Schwankungen der Wasserqualität.

Um diesen Schwachpunkt später zu beheben, muss das gesamte Aquarium entleert und der Steinaufbau und alle Tiere herausgenommen werden, um die Acrylscheibe zu entfernen. Auch ein Versiegeln der Acrylscheibe mit Silikon hat sich nicht bewährt, da das meist nicht 100-prozentig wasserdicht ist. Styropor oder ähnliche Materialien dürfen Sie im Meerwasser auf keinen Fall verwenden, da es dadurch zu unkalkulierbaren, giftigen Ausschwemmungen kommen kann.

Fazit

Ein funktionierendes Meerwasser-Aquarium braucht unbedingt Lebendgestein von guter Qualität. Ob du beim ersten Einrichten dabei frisches oder zwischengehältertes Gestein nimmst, macht keinen Unterschied. Achte nur darauf, keine abgestorbenen Organismen ins Aquarium zu bringen. Und baue stabil: Gegebenenfalls kannst du den Aufbau mit Riffmörtel verkleben.

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